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Geislinger Zeitung, 16.01.2008
Frühstücks-Gottesdienst auch im neuen Jahr
Es ist wieder Dienstagmorgen 9 Uhr in der Richthofenstraße 30:
Fröhliches Stimmengewirr, es duftet nach Kaffee und Brötchen
und schnell sind alle 80 Plätze an den reich gedeckten Tischen
mit Gästen und Mitarbeitern des Frühstücks-Gottesdienstes
besetzt.
Nach einer 14-tägigen „Feiertags-Pause“ gibt es natürlich einige
Neuigkeiten auszutauschen, seien es freudige oder auch
traurige Ereignisse. Aber gerade deshalb kommen viele Gäste,
die in entspannter Atmosphäre einfach mal reden möchten.
Diesen Gedanken des Miteinanders und der persönlichen
Beziehungen nahm auch der besondere Gast des ersten
Frühstücks-Gottesdienstes im neuen Jahr, Diakoniepfarrer
Christoph Wiborg, in seiner kurzen Andacht nach dem Frühstück
auf. Er sprach darüber, wie eigentlich jeder einmal die Erfahrung
macht oder gemacht hat, „mit leeren Händen dazustehen“. Die
Gründe dafür können sehr verschieden sein: Krankheit,
Arbeitslosigkeit, Tod, zerbrochene Beziehungen. Eindrücklich
beschrieb Pfarrer Wiborg mit einem Lied von Huub Oosterhuis
die Verzweiflung eines Menschen, dem der Boden unter den
Füßen schwankt. Nichts auf dieser Welt konnte dem
Liederdichter Halt geben, sogar Gott schien ihm fern. Und doch
ruft der Verzweifelte nach Gott, und diese Gebete sind für ihn
wie Atmen. Pfarrer Wiborg führte weiter aus, dass erst im
Erkennen und Anerkennen der eigenen Begrenzungen Gott die
leeren Hände füllen kann. Das wird vor allem auch im
Miteinander sichtbar: das tröstende Wort oder die helfende Hand
des Anderen. Das lässt „den Blick wieder weiten“ und dabei wird
Gottes Wesen „greifbar“.
Genau das ist die Triebfeder beim wöchentlichen Frühstücks-
Gottesdienst der Volksmission und auch der Geislinger
Vesperkirche in der Pauluskirche, die wieder am 13.Januar 2008
für 3 Wochen ihre Türen öffnet, wozu Pfarrer Wiborg herzlich
einlud.
Martina Ziller